Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Staatsangehörigkeitsrecht

Staatsangehörigkeitsausweis

Staatsangehörigkeitsausweis, © Ute Grabowsky / photothek.net

07.02.2018 - Artikel

Erwerb der Staatsangehörigkeit

Aktuelles Staatsangehörigkeitsrecht

Gemäß § 4 Staatsangehörigkeitsgesetz erwirbt ein Kind die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt, wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und dieser Elternteil vor dem 01.01.2000 in Deutschland oder im Ausland  oder nach dem 31.12.1999 in Deutschland geboren wurde. Ist bei Geburt nur der Vater Deutscher und dieser nicht mit der Mutter des Kindes verheiratet, muss die Vaterschaft bis zur Vollendung des 23. Lebensjahrs des Kindes anerkannt oder festgestellt sein.  Sollte das Elternteil, von dem sich die deutsche Staatsangehörigkeit ableitet, nach dem 01.01.2000 außerhalb Deutschlands geboren sein, muss innerhalb eines Jahres eine Geburtsanzeige bei der zuständigen Auslandsvertretung beurkundet werden, damit das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt. Nähere Hinweise finden Sie hier.

Gemäß  § 1 Abs. 1 Passgesetz  sind Deutsche verpflichtet,  bei Ein- und Ausreise nach bzw. aus Deutschland einen gültigen deutschen Pass oder Personalausweis mitzuführen und sich damit auszuweisen.  Falls Ihr Kind die deutsche Staatsangehörigkeit automatisch durch Geburt erworben hat, können Sie einen deutschen Reisepass, Kinderreisepass  oder Personalausweis für Ihr Kind beim Generalkonsulat in Amsterdam beantragen. Bitte vereinbaren Sie hierfür auf dieser Webseite einen Termin. Informationen zur Namensführung von Kindern und zu den benötigten Unterlagen finden Sie unter „Passangelegenheiten“.

Wenn das Kind durch Geburt automatisch eine oder mehrere weitere Staatsangehörigkeit(en) erwirbt, hat dies keine Auswirkung auf die deutsche Staatsangehörigkeit.

Für den Erwerb der Staatsangehörigkeit durch Abstammung ist grundsätzlich das zum Zeitpunkt der Geburt geltende deutsche Staatsangehörigkeitsrecht maßgeblich. Dieses hat sich mehrfach geändert. Die deutsche Staatsangehörigkeit wurde erworben:

von der Mutter

  • wenn das Kind ab dem 01.01.1914 geboren wurde, die Eltern nicht verheiratet waren und die Mutter bei Geburt des Kindes Deutsche war.
  • wenn das Kind ab dem 01.09.1954 geboren wurde, die Eltern verheiratet waren und die Mutter bei Geburt des Kindes Staatsbürgerin der Deutschen Demokratischen Republik war.
  • wenn das Kind ab dem 01.01.1975 geboren wurde, die Eltern verheiratet waren und die Mutter bei Geburt des Kindes Staatsangehörige der Bundesrepublik Deutschland war.


vom Vater

  • wenn das Kind ab dem 01.01.1914 geboren wurde, die Eltern verheiratet waren und der Vater bei Geburt des Kindes Deutscher war.
  • wenn das Kind ab dem 01.09.1954 geboren wurde, die Vaterschaft festgestellt oder anerkannt wurde und der Vater bei Geburt des Kindes Staatsbürger der Deutschen Demokratischen Republik war.
  • wenn das Kind ab dem 01.07.1993 geboren wurde, die Vaterschaft festgestellt oder anerkannt wurde und der Vater bei Geburt des Kindes Staatsangehöriger der Bundesrepublik Deutschland war.

Eheliche Kinder deutscher Mütter, die auf Grund ihrer Geburt vor dem 01.01.1975 und  nichteheliche Kinder deutscher Väter, die auf Grund ihrer Geburt vor dem 01.07.1993  die deutsche Staatsangehörigkeit nicht erworben haben, können einen Antrag auf Einbürgerung stellen.

Wenn Sie Ihre derzeitige Staatsangehörigkeit nicht verlieren wollen, empfehlen wir, sich vor Beantragung der deutschen Staatsangehörigkeit bei den Behörden des Landes Ihrer aktuellen Staatsangehörigkeit zu erkundigen, ob ein Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit auf Antrag zum Verlust Ihrer derzeitigen Staatsangehörigkeit führt.

Staatsangehörigkeitsausweis

Viele Ereignisse im Leben von Personen können für den Erwerb und den Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit von Bedeutung sein. Dabei kann es sich um persönliche, familiäre Ereignisse (z. B. Geburt, Eheschließung oder Adoption, Leistung von freiwilligem Wehrdienst) und/oder politische, rechtliche Entwicklungen (z. B. Sammeleinbürgerungen während des II. Weltkrieges oder Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit) handeln.

Sollte nicht eindeutig feststellbar sein, ob eine Person die deutsche Staatsangehörigkeit erworben oder evtl. wieder verloren hat, kann zur Klärung ein Staatsangehörigkeitsausweis beantragt werden. Der Antrag wird beim Generalkonsulat eingereicht und zur Prüfung an das für alle Personen mit Wohnsitz im Ausland zuständige Bundesverwaltungsamt weitergeleitet.

Ein Merkblatt und Antragsformulare finden Sie hier:

Merkblatt Staatsangehörigkeit


Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweis


Austellung eines Staatsangehörigkeitsausweises für Minderjährige


Anlage V zum Antrag auf Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweises



Verlust der Staatsangehörigkeit


Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit tritt grundsätzlich automatisch durch den Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit auf eigenen Antrag ein.

Neu ab 28.08.2007

Seit dem 28.08.2007 verliert ein deutscher Staatsangehöriger, der auf seinen Antrag die Staatsangehörigkeit eines EU-Staates oder der Schweiz erwirbt nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Für deutsche Staatsangehörige bedeutet dies, dass sie bei Erwerb der niederländischen Staatsangehörigkeit auf Antrag nicht automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit verlieren.

In manchen Fällen verlangen die niederländischen Behörden allerdings bei Einbürgerung in den Niederlanden, dass die eingebürgerte Person auf die andere Staatsangehörigkeit verzichtet.

Falls Sie beabsichtigen eine andere (nicht EU oder schweizer) Staatsangehörigkeit zu erwerben, erkundigen Sie sich bitte vor Beantragung der Staatsangehörigkeit beim Generalkonsulat nach den Folgen für die deutsche Staatsangehörigkeit und der Möglichkeit eine Beibehaltungsgenehmigung zu beantragen.

Verzicht auf die deutsche Staatsangehörigkeit

Nach § 26 Staatsangehörigkeitsgesetz kann auf die deutsche Staatsangehörigkeit verzichtet werden.

Sofern der Verzicht durch die sorgeberechtigten Eltern für ein minderjähriges Kind erklärt wird, gelten besondere Bestimmungen. Hier ist die Zustimmung des Familiengerichts Berlin-Schöneberg erforderlich.

Der Verzichtserklärung sind grundsätzlich folgende Dokumente in beglaubigter Kopie, ausländische Urkunden in internationaler Form oder mit Übersetzung eines vereidigten Übersetzers beizufügen:

- deutscher Reisepass/Personalausweis

- niederländischer (ausländischer) Reisepass/ID-Kaart

- Geburtsurkunde (ausländische Urkunde in internationaler Form)

- ggf. Heiratsurkunde

- für Kinder ggf. Nachweis zum Sorgerecht

- Auszug aus dem Melderegister der Wohnortgemeinde mit Angabe der Staatsangehörigkeit/en

- Einbürgerungsurkunde

Der Antrag kann persönlich beim Generalkonsulat eingereicht werden und wird dann an das Bundesverwaltungsamt weitergeleitet, das nach Prüfung und Genehmigung des Verzichts eine Verzichtsurkunde ausstellt. Der Verzicht wird erst mit der Aushändigung der Verzichtsurkunde wirksam.

Sofern Sie den Antrag nicht persönlich beim Generalkonsulat einreichen, lassen Sie bitte die Unterschriften durch die Gemeinde beglaubigen.

Dort können Sie auch beglaubigte Kopien der beizufügenden Urkunden erhalten.

Formulare finden Sie hier:


Formular Verzicht


Formular Verzicht Minderjährige


Formular Antrag auf familiengerichtliche Genehmigung


Einbürgerungen

Wer in den Niederlanden lebt und sich in Deutschland einbürgern lassen möchte, sollte sich zur Beratung an das Generalkonsulat wenden.


Grundsätzlich kann eine Einbürgerung nur bei Wohnsitz in Deutschland erfolgen. Aus dem Ausland haben in der Regel nur Einbürgerungsanträge von ehemaligen Deutschen und/oder ihren minderjährigen Kindern sowie Anträge von Personen, denen zwischen dem 30.01.1933 und dem 08.05.1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religösen Gründen entzogen worden ist und deren Abkömmlingen (Art 116, Abs. 2 GG) eine Aussicht auf Erfolg.


Vor 2007 haben zahlreiche Deutsche die deutsche Staatsangehörigkeit verloren, da sie versäumt haben, rechtzeitig vor dem Antragserwerb einer fremden Staatsangehörigkeit eine Beibehaltungsgenehmigung zu erhalten. In diesen Fällen ist eine Wiedereinbürgerung unter erleichterten Voraussetzungen gem § 13 StaG (Staatsangehörigkeitsgesetz) möglich.


Mit Erlass vom 28. März 2012 hat das Bundesministerium des Innern festgelegt, dass eine erleichterte Einbürgerung nach § 14 StaG auch für Personen möglich ist, die vor 1975 ehelich von einem ausländischen Vater und einer deutschen Mutter geboren wurden. In analoger Anwendung des Erlasses ist auch für vor dem 01.07.1993 geborene nichteheliche Kinder deutscher Väter und ausländischer Mütter eine erleichterte Einbürgerung möglich.


Merkblätter und Anträge finden Sie hier:

- Einbürgerung ehemaliger Deutscher aus dem Ausland gemäß § 13 StaG


- Einbürgerung ehemaliger Deutscher aus einem Mitgliedstaat der EU oder der Schweiz gemäß § 13 StaG


- Einbürgerung ehelicher Kinder deutscher Mütter und ausländischer Väter, die vor 1975 geboren sind gemäß § 14 StaG


- Einbürgerungsantrag


- Einbürgerung unehelich geborener Kinder, die vor dem 01.Juli1993 geboren sind, gem. § 14 StaG


Weitere Informationen zu  Fragen der deutschen Staatsangehörigkeit erhalten Sie auch beim Bundesverwaltungsamt

Weitere Informationen

nach oben